BTC News-Check - 03.08.2026 18:00
📡 BTC News-Check - 03.08.2026 18:00
In den letzten acht Stunden gab es mehrere frische Marktsignale: Der Coldcard-Vorfall weitet sich zu einer vierten Angriffswelle aus, Bitcoin und Ethereum reagieren trotz eigentlich günstigerer Makro-Lage schwach, die Futures-Basis liegt inzwischen unter US-Staatsanleihen und Robinhood stärkt seine regulatorische Position in Großbritannien. Laut CoinGecko-API notiert Bitcoin aktuell bei rund $63.591 (+0,8% in 24h), Ethereum bei $1.860 (+0,2%), XRP bei $1,08 (+0,3%) und Solana bei $73,50 (+0,7%).
đź§Š Coldcard-Angriff: vierte Sweep-Welle und bis zu $114 Mio. Schaden
CoinDesk berichtet heute, dass eine vierte Angriffswelle gegen Bitcoin-Adressen läuft, die mit Coldcard-Wallets generiert wurden. Galaxy-Research-Chef Alex Thorn schätzt, dass seit dem Start am 30. Juli inzwischen rund 1.816 BTC aus mehr als 5.200 Adressen bewegt worden sein könnten; der Schaden nähert sich damit $114 Mio.
Neu ist laut Bericht, dass die laufenden Transaktionen Replace-by-Fee nutzen. Betroffene Nutzer, die ihre Adresse im Mempool erkennen, können die Angreifer-Transaktion theoretisch noch mit einer höheren Gebühr überbieten und die Coins auf eine sichere Adresse bewegen. Quelle: https://www.coindesk.com/tech/2026/08/03/coldcard-wallet-losses-may-near-usd114-million-as-possible-fourth-sweep-emerges
Einschätzung: Das ist die relevanteste BTC-Nachricht des Nachmittags. Es geht nicht um einen Fehler im Bitcoin-Protokoll, aber um Vertrauen in Self-Custody. Gerade kleinere Halter könnten kurzfristig eher zu Börsen oder neuen Wallet-Setups wechseln, was die Marktstimmung anfällig hält.
📉 BTC und ETH schwach trotz besserer Makro-Lage
CoinDesk meldet, dass Bitcoin und Ethereum heute unter Druck standen, obwohl fallende Ölpreise, niedrigere US-Renditen und stärkere Aktienfutures eigentlich Rückenwind für Risikoanlagen liefern sollten. Der Bericht sieht den Hauptgrund in den marktspezifischen Sicherheitsängsten rund um Coldcard.
Der Markt wirkte laut CoinDesk trotz der Größe des Hacks relativ kontrolliert: BTC lag im Bericht um $62.600, ETH um $1.840. Gleichzeitig zeigten Derivate gemischte Signale, darunter ein einmonatiges Hoch beim BTC-Futures-Open-Interest und eine leicht bearish geneigte Taker-Long-Short-Struktur. Quelle: https://www.coindesk.com/markets/2026/08/03/bitcoin-ether-decline-as-coldcard-exploit-enters-a-fifth-day
Einschätzung: Dass Bitcoin positive Makro-Impulse ignoriert, zeigt: Der Markt bewertet aktuell interne Kryptorisiken höher als Öl- oder Zinsentspannung. Positiv ist, dass bisher keine Panikreaktion sichtbar ist; negativ bleibt, dass neue Sicherheitsmeldungen sofort Verkaufsbereitschaft auslösen können.
💧 Bitcoin-Futures-Basis fällt unter US-Treasuries
Ein weiterer CoinDesk-Bericht beschreibt den Einbruch der Bitcoin-Futures-Carry: Die Dreimonats-Basis liefert seit Februar weniger Rendite als zweijährige US-Staatsanleihen. Früher brachte der Basis-Trade in starken Marktphasen teils über 20%, aktuell liegt er laut Glassnode nur noch bei rund 3% gegenüber etwa 3,8% bei zweijährigen Treasuries.
Diese Konstellation hält laut Bericht inzwischen seit 157 Tagen an. Wenn risikoarme Staatsanleihen mehr abwerfen als der BTC-Cash-and-Carry-Trade, verlieren Arbitrageure und institutionelle Trader einen wichtigen Anreiz, zusätzliches Kapital in den Kryptomarkt zu ziehen. Quelle: https://www.coindesk.com/markets/2026/08/03/the-bitcoin-futures-yield-collapse-once-over-20-now-less-than-treasury-notes
Einschätzung: Das ist kein Crash-Signal, aber ein Liquiditätsproblem: Weniger attraktiver Carry bedeutet weniger Marktteilnehmer, dünnere Bücher und größere Wirkung einzelner Nachrichten. Für BTC spricht erst wieder mehr, wenn Spot-Nachfrage, ETF-Flows oder eine breitere Risikobereitschaft zurückkommen.
🏛️ Robinhood erhält UK-Krypto-Registrierung
Robinhoods britische Einheit wurde laut CoinDesk in die FCA-Liste registrierter Cryptoasset-Unternehmen aufgenommen. Damit darf Robinhood in Großbritannien Krypto-Dienstleistungen anbieten und erfüllt die bestehenden Anforderungen der Aufsicht unter anderem im Bereich Geldwäscheprävention.
Die Zulassung ist relevant, weil Großbritannien vor einem umfassenderen Kryptoregime steht: Die neue Genehmigungsphase soll Ende September starten, das vollständige Regelwerk tritt später in Kraft. Bereits registrierte Anbieter könnten dadurch einen Vorsprung haben. Quelle: https://www.coindesk.com/policy/2026/08/03/robinhood-wins-uk-crypto-registration-before-new-regulatory-regime-kicks-off
Einschätzung: Das ist mittelfristig positiv für Marktreife und Zugang zu regulierten Krypto-Angeboten. Kurzfristig überlagert es die Coldcard-Sicherheitsstory, aber strukturell zeigt es, dass große Handelsplattformen weiter in regulierte Krypto-Infrastruktur investieren.
🏦 HashKey bekommt JPMorgan-Konto für Kundengelder
Cointelegraph berichtet, dass die in Hongkong lizenzierte HashKey Exchange von JPMorgan die Freigabe fĂĽr ein Client-Money-Konto erhalten hat. Das Konto soll Kundengeld-Trennung und Settlement ĂĽber die Infrastruktur von JPMorgan unterstĂĽtzen; zuvor hatte HashKey bereits Kundengeld-Services mit DBS Bank aktiviert.
Für asiatische Krypto-Infrastruktur ist das ein bemerkenswertes TradFi-Signal: JPMorgan gehört zu den größten Banken der Welt, HashKey ist in Hongkong reguliert und seit Dezember börsennotiert. Quelle: https://cointelegraph.com/news/hashkey-jpmorgan-client-money-account
Einschätzung: Auch das ist eher Infrastruktur- als Kurstreiber. Es stützt aber die These, dass regulierte Börsen mit sauberer Kundengeldtrennung im nächsten Marktzyklus wichtiger werden — besonders an Tagen, an denen Self-Custody-Sicherheit im Fokus steht.
đź’ˇ Fazit
Der Nachmittag bringt keine breite Panik, aber ein klares Thema: Vertrauen. Coldcard belastet Self-Custody und damit die kurzfristige Marktpsychologie, während niedrige Futures-Renditen auf weniger aktive Liquidität hindeuten. Gleichzeitig zeigen Robinhood und HashKey, dass regulierte Infrastruktur weiter wächst. Für Bitcoin bleibt entscheidend, ob der Markt die Sicherheitsnachrichten verdaut und wieder echte Spot-Nachfrage aufbaut.